Infrastruktur

Die erhaltene Infrastruktur des ehemaligen Bahnbetriebswerks Neumünster gehört inzwischen zu den Raritäten der Eisenbahngeschichte Schleswig-Holsteins. Von den ehemals elf Bahnbetriebswerken in Eckernförde, Flensburg, Heide, Heiligenhafen, Husum, Itzehoe, Kiel, Lübeck, Neumünster, Puttgarden und Rendsburg sind nur noch das Bw Kiel (DB) und das denkmalgeschützte Bw Neumünster in nennenswertem Umfang erhalten. Alle anderen Bahnbetriebswerke sind nicht nur stillgelegt, sondern auch weitgehend abgerissen oder nach Entfernung der Gleisanlagen umgenutzt worden.

Gebäude

Viele Gebäude der vormals riesigen Anlage wurden kurz vor dem Kriegsende 1945 durch Bombenangriffe zerstört. Nur ein Teil wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und später bei nachlassendem Bedarf schrittweise zurückgebaut.
Heute sind noch sechs Gebäude erhalten: Lokschuppen, Sozial- und Werkstattgebäude, Lokleitung, Öllager, Kohlebansen und ein freistehendes Toilettenhaus.

Gleisanlagen

Die Gleisanlagen wurden noch unter der Regie der DB dem nachlassenden Bedarf sukzessive angepasst. Mit der Stilllegung wurden die Gleisanbindungen zum Schienennetz der DB vollständig gekappt, sodass eine Nutzung der Gleisanlagen oder auch das Abstellen von Fahrzeugen im Lokschuppen nicht mehr möglich war.
Erhalten geblieben waren nur die 23 m-Schotterdrehscheibe, 22 Strahlengleise und ein paar Gleisstummel. Wieder aufgebaut wurden ein nördliches und ein südliches Zufahrtsgleis.

Flächen

Durch den schon lange zurückliegenden Abriss von Gebäuden und Gleisanlagen sind nördlich des Lokschuppens und südlich der Drehscheibe große Freiflächen entstanden. Diese Flächen eignen sich hervorragend für die Veranstaltung von Freiluftevents, zur Einrichtung eines Biergartens, zur Rekonstruktion von Gleisanlagen oder auch zur Errichtung von Neubauten im Rahmen des Gesamtkonzepts Kulturlokschuppen Neumünster.

Neubauten

Unter Berücksichtigung der städtischen Bebauungsplanung und der einschlägigen Genehmigungsverfahren sind ein Lokschuppenanbau mit “Wasserturm” und die Rekonstruktion einiger früher vorhandener Gleisanlagen geplant. Der Lokschuppenanbau soll dabei zehn weitere Strahlengleise überspannen und so erfolgen, dass der entstehende Raum multifunktional genutzt werden kann – sowohl als Eisenbahnmuseum wie auch als Veranstaltungsstätte “Kulturlokschuppen Neumünster”.